Am letzten Tag des ersten Halbjahres 2026 fuhr ich mit der Bahn einmal halb durch Deutschland und ließ dabei meine letzten Monate Revue passieren. Meine Bilanz ist eigentlich sehr erfreulich:
- Ich haben den Vögel-entdecken-Kurs und den Vogelstimmen-Kurs neu aufgesetzt und erfolgreich gestartet sowie im Frühling eine Vogelreise mit ganz wunderbaren Frauen geleitet.
- In mehreren Zeitschriften und Zeitungen sind Artikel über mich erschienen (zum Beispiel in der Brigitte und in Tageszeitungen einmal quer durch Deutschland). Ich war beim Vogel-Podcast des NABU und im Art'n'Vielfalt-Podcast vom Museum Sinclair-Haus zu Gast und habe kurzzeitig mal fast bei Radio Bremen im Studio gewohnt. Und ich habe jede Menge Blogposts veröffentlicht.
- Zwischendurch war ich noch mit meiner Mama in Prag und zum Vogelgucken am Schaalsee.
Trotz all dieser Erfolge bin ich aber auch ein bisschen mäkelig mit mir. Ich war nämlich auch mehrere Wochen krank, habe in der Zeit gar nix auf die Reihe bekommen und gefühlt den ganzen Frühling verpasst. Ich hänge meinen Zielen hinterher und habe keine einzige neue Podcast-Folge veröffentlicht.
Für das zweite Halbjahr wollte ich also mal wieder ein paar Erfolgserlebnisse. Und in dieser Stimmung las ich den neuesten Newsletter der fabelhaften Eva Schulz. Sie rief darin dazu auf, sich mehr alberne Ziele zu setzen.
Laut ihr sind alberne Ziele
Ziele, die
- auf den ersten Blick keinen richtigen Zweck erfüllen,
- uns scheinbar nicht weiterbringen und die
- wir übertrieben groß aufblasen sollten.
Und ich wusste sofort: Genau das brauche ich!
Nach diesem ersten Halbjahr voller Ups und Downs und gefühlt viel zu wenigen Punkten auf der Done-Liste, bin ich sowas von ready für ein albernes Ziel, dessen Erreichen zwar auch anstrengend sein darf, aber bestimmt auch sehr viel Spaß macht.
Es gibt nur einen Haken: Beim Versuch, ein albernes Ziel zu entdecken, sind mir jede Menge vernünftige eingefallen (man beachte, dass sie sich von Business zu privat steigern, bezeichnend):
Vernünftige Ziele
- ⬜ noch einmal den beliebten Rabenvögel-Kurs erfolgreich launchen
- ⬜ die neue "3 Tage, 3 Vögel"-Videoreihe aufsetzen
- ⬜ meinen Vogelstimmen-Guide überarbeiten
- ⬜ meine kanadische Gastfamilie wiedersehen
🚫 einen neuen Reisepass besorgen(fabelhafter Weise braucht man in Kanada gar keinen, der bei Einreise noch drölfzig Monate gültig ist, und mein alter tut es noch mal)- ⬜ noch mindestens 30 weitere Blogartikel veröffentlichen
- ⬜ in eine Podcast Routine zurückfinden und mindestens 6 neue Folgen veröffentlichen (Themenwünsche, anyone?)
- ⬜ ein paar Vor-Ort-Events an der Küste planen
- ✅ Marmelade kochen (erledigt: Johannisbeere. Richtig gut geworden!)
- ⬜ mindestens noch weitere
4639 Vogelarten sehen, um mein Jahresziel von 200 Arten zu erreichen - ✅ meine Webseite auf Divi5 umstellen (erledigt)
- ⬜ den Blog per Push-Benachrichtung abonnierbar machen
- ⬜ Sommerabend am Meer feiern
- ⬜ weiterhin jeden Tag hopsen
- ⬜ die deutschen Nandus sehen
- ⬜ Vogelzug-Vortrag bei den Zugvogeltagen halten (Save the date: 13.10.2026 im WattBZ Cuxhaven, hier die Details)
- ✅ im Ahlenmoor mithelfen, Europas größtem Wiedervernässungsprojekt auf einer ehemaligen Agarfläche (yes! Und ich hatte auch nur ein mini bisschen Muskelkater-des-Todes)
- ⬜ ordentlich meinen Geburtstag feiern, irgendwie
- ⬜ mir zum Geburtstag einen Krümeltischroller schenken lassen
- ⬜ Drachen steigen lassen
- ⬜ Weihnachtsplätzchen backen
- ⬜ Raclette essen
Zum Glück sind meine vernünftigen Ziele keine echten, langweiligen Ziele, sondern eher To-Wants, wie ich von Judith Peters weiß, also To Dos, auf die ich große Lust habe.
Alberne Ziele
Knapp 500 Kilometer weiter nord-westlich hatte ich also um die 20 vernünftige Ziele auf der Liste, aber noch immer war kein albernes Ziel in Sicht.
"Was ist denn da los?" fragte ich mich natürlich sofort. "Will ich etwa keine Spaß-Ziele haben?". Dohoooch, natürlich! Also erstmal durchatmen. Denn statt jetzt auf meine vernünftige Liste zu schreiben "albernes Ziel finden", lehne ich mich zurück und gebe mir dafür einfach noch Zeit. Eva Schulz schreibt nämlich auch:
"Alberne Ziele musst du dir nicht lang überlegen. Sie passieren dir."
Darauf warte ich jetzt einfach geduldig.
Und jetzt erzähl du doch mal: Hast du Ziele für das zweite Halbjahr? Und welches alberne Ziel schlägst du mir vor? Ich freue mich, wenn du mir hier einen Kommentar schreibst.










Hallo Silke, also erstmal, ich bin eben ganz zufällig auf Deiner Seite gelandet, über den Kolibri, weil ich wissen wollte, ob es stimmt, dass er über den Ozean fliegen kann. Jetzt weiß ich zumindest, dass er 3000 Kilometer am Stück fliegen kann. Die Antwort auf die andere Frage hat sich mir noch nicht erschlossen. – Zum albernen Ziel fällt auch mir nichts ein. Aber by the way: Mein Ururgroßvater war Zoologe (Gustav Jaeger) und er hat ca. 1000 Vögel skelettiert. Als er später in Wien war, hatte er sich zu der Weltumsegelung mit der Fregatte Novara angemeldet. Er wurde jedoch abgelehnt, weil er kein Österreicher war und war in der Folge der Begründer des Wiener Tiergartens am Prater. – Sein Freund, Ferdinand von Hochstetter, aus Esslingen, wurde kurzerhand zum Österreicher erklärt, da man ihn als Geograph und Geologe für die Weltumsegelung unbedingt gebraucht hatte. Derselbige brachte dann seinem Freund Gustav Jaeger seinen Fund, aus einer Höhle in Neuseeland, das fossile Gerippe eines Riesenvogels mit, eines Moa, das mein Ururgroßvater dann zusammenbauen musste und das noch heute im Naturhistorischen Museum in Wien zu bewundern ist. – Auf die Aufgabe zurückzukommen, würde ich vorschlagen, Du könntest als albernstes Ziel aller Zeiten, irgendwo am Strand auf einen MOA warten, da ich sehr gerne ein Foto von dem Riesenvogel haben möchte. Das wäre dann mein albernes Ziel. ;-)) In diesem Sinne, meine herzlichsten Grüße – und danke für diese unglaublich tolle Seite über die Kolibris! Mega! Viele liebe Grüße, Selma (Gienger) (PS: Die ganze Geschichte über die Weltumsegelung mit der Fregatte Novara befindet sich in meinem Buch – Das Vermächtnis des 7. Parfums – Die Liebe – In diesem ist die Biografie Gustav Jaegers enthalten, welche er kurz vor seinem Tod seiner zweiten Frau diktiert hatte. (Mit Fotos des Moa in Wien, ich bin da extra hingefahren..) – Man wird dort auch erfahren, dass man ihn in Tübingen während seines Studiums in ein Weinberghäuschen vor die Stadt verwiesen hatte, wegen dem unzumutbaren Gestank der Vogelskelette, die er selbst mazeriert hatte …
Moin Silke,
wie wäre es mit dem Ziel, mindestens zwei weitere Balztänze perfekt zu imitieren? Die Lachmöwe kannst du ja schon 🙂
Liebe Grüße aus Hamburg,
Helena
Nicht verzagen, Helena fragen 😉 Das ist eine ganz zauberhafte Idee, meine Liebe. Danke dafür! Und das Beste: Ich hätte noch 9 Monate Zeit, um meine Fähigkeiten zu perfektionieren. Was hältst du von Ringeltaube? Dem Gaukelflug des Kiebitzes? Dem Pinguintanz der Haubentaucher? Der Geschenkübergabe des Eisvogels (ich wäre das Weibchen, klar. Und Fisch lehne ich ab. Aber mir fällt bestimmt etwas anderes ein, womit ich mich beeindrucken ließe – Geschenke!!!) … Die Möglichkeiten, hach, die Möglichkeiten.
Kennst du übrigens diese Wettbewerbe, bei denen Vogelstimmen imitiert werden? Nerd-Faktor 1000, aber sehr unterhaltsam.
Herzliche Grüße zurück zu dir die Elbe rauf
Silke
Hallo Silke,
Was für eine coole Idee ist das denn, mit den albernen Zielen. Da muss ich mal in mich gehen und das für mich überlegen…
Danke für die schöne Idee.
Herzliche Grüße
Angelika
Hallo Angelika,
ja, cool, ne? Ich fand die Idee auch super. Vielleicht klappt es ja bei dir schneller, dass dich dein albernes Ziel findet? Ich drücke dir die Daumen.
Herzliche Grüße zurück
Silke