Als mir die Tage klar wurde, was alles in diesen Oktober hineingepasst hat, war ich ziemlich verblüfft: ein rappelvoller Vortragssaal, ein Ausflug nach Ratzeburg, 16 Nandus, Rabenvögel, Rabenvögel, Rabenvögel, Kraniche, ziemlich viel Presse, eine Erstsichtung und erfreulich viele Sozialkontakte. Ich kann kaum glauben, dass das alles ein einziger Monat war.
Wenn ich nach einem roten Faden suche, dann sind es die Rabenvögel. Sie haben mich den ganzen Oktober über begleitet, im Kurs, in der Presse und am Ende sogar draußen bei uns auf der Heide. Rabenschwarz war er also und dadurch auch kunterbunt. Und das alles obwohl ich mit einem Herzen voller schöner Erinnerungen an meine Reise nach Kanada und einem Körper voller Jetlag in diesen Monat gestartet bin.
Rappelvoll: mein Vortrag zum Vogelzug
Pünktlich zur Hochphase unseres Vogelzugs bin ich aus Kanada zurückgekehrt und habe passend dazu am 13. Oktober im Rahmen der 18. Zugvogeltage einen Vortrag im Wattenmeer-Besucherzentrum in Cuxhaven gehalten. Offiziell hieß er „Tausende Kilometer ohne Navi: Das Wunder des Vogelzugs verstehen und erleben“. Oder wie ich das eigentlich sagen würde: "Vogelzug – und was hab ich davon?".
Kurz vorher war in den Cuxhavener Nachrichten ein Artikel von Wiebke Kramp erschienen, der Elbe-Weser-Kurier hat auch noch mal auf meinen Vortrag hingewiesen, und der Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer hat Werbung gemacht. Und das hat sich gelohnt: die Bude war rappelvoll! Statt im kleinen Vortragsraum fand mein Vortrag in der Ausstellung statt. Dort waren jede Menge Stühle aufgestellt, aber die Leute saßen auch noch auf Bänken, und sogar die Klappsitze für den Notfall wurden gebraucht.
Eine schönere Kulisse für einen Vortrag über den Vogelzug als die Ausstellung im "WattBZ" kann ich mir kaum vorstellen. Um mich herum war die Ausstellung zum Nationalpark, vor mir standen – zugegebenermaßen ziemlich tote – Vögel, und auch von oben hingen welche von der Decke. Mit dabei natürlich auch die Küstenseeschwalbe, der Wappenvogel der diesjährigen Zugvogeltage, die ich auch in meinem Vortrag vorgestellt habe.
Besonders habe ich mich gefreut, dass mir am Ende meines Vortrags noch ganz viele interessierte Fragen gestellt wurden. Für viele Menschen bleibt der Vogelzug unsichtbar und ein bisschen nebulös und sie verpassen ihn deshalb komplett. An diesem Abend konnte ich ihn sichtbarer und verständlicher machen, und hoffe, dass die Zuhörenden diesen Vogelzug-Herbst anders erleben werden, weil sie mehr wissen.

Ratzeburg und Nandus
Kurz nach meinem Vortrag bin ich noch einmal nach Ratzeburg und ins angrenzende Mecklenburg-Vorpommern gefahren, um einen weiteren Versuch mit den dort wild lebenden Nandus zu wagen. Seit drei Jahren stehen sie auf meiner Wunschliste und im Mai war ich schon einmal in der Region unterwegs, ohne Nandus zu sehen. Auch diesmal blieben sie anderthalb Tage lang unsichtbar. Doch als ich schon aufgegeben hatte, standen plötzlich gleich 16 Nandus vor mir: drei erwachsene Hähne und 13 Jungvögel.
Die ganze Geschichte und warum dort überhaupt Nandus leben und warum es inzwischen nur noch weniger gibt (kleiner Spoiler: Am Wetter liegt es nicht), habe ich in meinem Artikel "Wie die Nandus mich fanden" erzählt.

Rabenschwarz I: Rabenvögel im Kurs
Kaum wieder zurück an der Nordsee ging endlich eine neue Runde meines Rabenvögel-Kurses los. Darauf hatte ich mich seit Monaten gefreut! Die Kurspremiere im letzten Jahr war schon so toll und diesmal kam noch die Jahreszeit dazu. Wir starteten eine Woche vor Halloween, draußen war es schon wieder neblig, und die dunklen Rabenvögel hatten sich schon wieder zu Gruppen zusammengeschlossen. Für mich ist jetzt die wahre Rabenvögelzeit.
Wir starteten gemeinsam mit einem Live zu Mythen und Märchen rund um Rabenvögel in den Kurs. Zusätzlich zu dem, was ich erzählen wollte, hatten die Teilnehmenden auch ihre Beobachtungen und Geschichten mitgebracht, die ich eingeordnet und erklärt habe. An diesem Abend habe ich wieder einmal gemerkt, dass es möglich und wichtig ist, einen halbwegs neutralen Blick auf Rabenvögel zu öffnen, ohne sie zu verklären oder zu verteufeln.
Eine Woche später, pünktlich an Halloween, haben wir uns dann noch einmal live und digial getroffen, um darüber zu reden, ob Rabenvögel wirklich so klug sind, wie alle behaupten, was Intelligenz überhaupt bedeuten soll und wie man sie bei Vögeln beurteilt. Das war wieder ein toller Termin. Und jetzt freue ich mich auf die zweite Hälfte des Kurses im November.
Rabenschwarz II: Rabenvögel in der Presse
Auch in den Medien waren die Rabenvögel im Oktober mein Thema. Ich durfte gleich mehrmals über sie sprechen:
- Bei Bremen Eins in „Der Morgen“ sprach ich mit Anja Kwijas über Rabenkrähen, die im Herbst in die Städte kommen.
- Ich redete mit Wilhelm Figge von der Waldeckischen Landeszeitung, der daraus den tollen Artikel „Keine Unglücksboten, sondern Super-Vögel“ machte.
- Bei Bremen Vier plauderte ich in „Zebra Vier“ eine Stunde mit June Koch darüber, warum Rabenvögel so gruselige wirken und ob man sich vor ihnen fürchten muss.
- Im ARD-Gartenpodcast „Kompost und Konfetti“ quatschte ich mit Maria Scholz über die „Die Magie der Rabenvögel“ und bin dadurch jetzt auch in ARD sounds zu hören. Krass.
- Dann interviewte mich Wiebke Kramp noch einmal zu den Tannenhähern, die sich gerade bei uns in der Region aufhalten, und machte daraus einen ganzseitigen Artikel in den Cuxhavener Nachrichten.
- Und für HR3 habe ich ein paar Takes über Rabenvögel aufgenommen, die Anfang November ausgestrahlt werden.
Außerdem ist in der Ausgabe 11/2026 von „Ein Herz für Tiere“ ein vierseitiges (!) Porträt über mich von Valérie Augustin erschienen. Und ich habe einer Branchenwebseite Rede und Antwort zu meinem Business gestanden.
Nach dieser vielen (schönen) medialen Aufmerksamkeit habe ich jetzt langsam das Gefühl, dass ich genug geredet habe für dieses Jahr.

Rabenschwarz III: besondere Rabenvögel im Apfelbaum
Als wäre ich in diesem Monat noch nicht genug beschenkt worden, tauchten auch noch Tannenhäher bei uns in der Gegend auf. Normalerweise leben sie bei uns in Deutschland nur in den Nadelwäldern der Alpen und einiger Mittelgebirge. In diesem Herbst sind aber Tannenhäher aus Sibieren bis zu uns an die Nordseeküste gekommen, und zwar so viele wie seit mehr als 30 Jahren nicht mehr.
Am letzten Mittwoch des Oktobers bin ich in der Mittagspause zu einer Stelle bei uns auf der Heide gefahren, wo zwei gemeldet worden waren. Ehrlich gesagt habe ich, wie so oft, nicht daran geglaubt, sie zu sehen. Und dann flog mir einer direkt vor der Nase über den Weg! Am Ende waren es drei, die ganz entspannt in einem Apfelbaum herumturnten und sich mit leisen, fast zwitschernden Lauten unterhielten. Da ist mir richtig das Herz aufgegangen.
Wie die Begegnung genau ablief, woran du einen Tannenhäher erkennst und warum gerade so viele bei uns auftauchen, erzähle ich dir in meinem Artikel Tannenhäher-Einflug 2026: Wie die sibirischen Gäste mich gefunden haben.

Was im Oktober 2026 sonst noch los war
- Kraniche: Schon Anfang des Monats sah ich abends große Ketten von Kranichen in Richtung Nordsee fliegen. Verblüffenderweise übernachten die wohl auch hier im Watt. Gut, dass ich das nach drei Jahren an der Küste auch endlich weiß.
- Apfelernte: Große Apfelerntaktion auf der Streuobstwiese des NABU mit vielen Helfenden und anschließender Ernteparty. Und mit überfliegenden Kranichen, klar.
- Sozialkrams: Es gibt Monate, in denen komme ich mir fast einsam vor, aber nicht in diesem! Der Totholz-Thomas Thomas Hörren war für ein paar Vorträge in Cuxhaven, und so hatten wir, nach drölfzig Jahren Internetbekanntschaft, endlich die Chance, uns mal live zu sehen. War fabelhaft! Außerdem brachte ich bei ausgiebigen Telefonaten mit wunderbaren Frauen das Telefon zum Glühen, traf neue Menschen in einer Hobbygruppe und Leipziger Ornis auf der Durchreise nach Helgoland. Von diesem Sozialen Peaks werde ich noch lange zehren.

Was ich im Oktober 2026 gebloggt habe
- 11 Gründe, warum Dohlen deine Lieblingsvögel sein sollten
- Auf der Suche nach Schneegänsen: 5 besondere Orte zum Vogelgucken in Québec, Kanada
- Wie die Nandus mich fanden: Unterwegs in Mecklenburg-Vorpommern
- Die Magie der Rabenvögel: Zu Gast im ARD Garten-Podcast „Kompost und Konfetti“
- Tannenhäher-Einflug 2026: Wie die sibirischen Gäste mich gefunden haben
Damit bin ich jetzt noch 14 Artikel von meinem Ziel entfernt, bis Jahresende mindestens 30 weitere Blogartikel zu veröffentlichen.
Ausblick auf den November 2026
Der Oktober war rappelvoll und intensiv. Jetzt freue ich mich darauf, mit der Natur einen Gang runterzuschalten und zur Ruhe zu kommen. Diese Highlights werden mich begleiten:
- Zur Feier meines Geburtstags verbringe ich ein paar Tage in meiner Lieblingsstadt.
- Der Audio-Adventskalender für Vogelfans geht wieder an den Start.
- Ein Buchprojekt aus meinem alten Leben wird mich schlaflose Nächte kosten.
Ich freue mich drauf!
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