Die Rotkehlchen-Verschwörung

Tragischerweise ist das Rotkehlchen seit 2021 offiziell der beliebteste Vogel in Deutschland. Damals wurde es in der ersten öffentlichen Wahl des NABU und des LBV unter allen Vogelarten Deutschlands zum „Vogel des Jahres“ gewählt und räumte die allermeisten Stimmen ab.

Rotkehlchen sind aber auch soooo niedlich mit ihren süßen Kulleräuglein und wie sie da so mutig und unerschrocken im Garten hinter uns herhüpften. Und dann singen sie noch so schön herzergreifend. Das Rotkehlchen muss man einfach süß finden … oder???

Ich sage: Lass dich nicht täuschen! Rotkehlchen sind nicht so niedlich, wie sie aussehen, sondern planen klammheimlich die Weltherrschaft. Und ich kann es beweisen!

Die Wahrheit hinter ihrem niedlichen Aussehen

Das Aussehen des Rotkehlchens ist kein Zufall, sondern eiskalte Berechnung. Es folgt dem Kindchenschema, auf das wir Menschen positiv reagieren. Wir finden runde Gesichter, große, runde Augen und kurze Gliedmaßen von Natur aus niedlich. Sie wecken unser Schutz- und Fürsorgeverhalten. Das sorgt dafür, dass wir uns instinktiv um Menschenkinder kümmern und trägt so zur Erhaltung unserer Art bei.

Diesen menschlichen biologischen Reflex macht sich auch das Rotkehlchen zu Nutze: Es hat große, dunkle, runde Augen, einen runden Kopf und wirkt oft insgesamt sehr rund. Hinter dieser Fassade tarnt es seine eigentlichen Absichten.

Bei mir wirkt die Niedlichkeit des Rotkehlchens nicht mehr, denn ich kann hinter ihre süße Fassade blicken und weiß: Sie haben es faustdick hinter den Ohren.

Dieses Rotkehlchen hat seinen Knubbeligkeitstäuschungsversuch übertrieben und dadurch seinen wahre Charakter offenbart (Foto: Sharkolot via Pixabay)

Der eigentliche Charakter der Rotkehlchen

Rotkehlchen sind eigenbrötlerische Einzelgänger, die am liebsten für sich sind. Deshalb singen die Rotkehlchenweibchen und -männchen fast das ganze Jahr über, um ihr eigenes Revier gegen Artgenossinnen und Artgenossen zu verteidigen.

Wenn die akustische Grenzzaunsteckung nicht ausreicht und sich dann doch mal ein anderes Rotkehlchen in ihr Revier wagt, präsentieren sie Eindringlingen zur Warnung ihre rote Brust. Genau dafür ist die nämlich da: zur Einschüchterung der Gegner*innen. Zusätzlich starrt das Rotkehlchen den Eindringling an und richtet seinen spitzen Schnabel auf ihn aus.

Wer diese Warnung ignoriert, wird heftig attackiert. Und wenn ich heftig sage, meine ich wirklich heftig: Dann werden sie sehr aggressiv, sind wirklich nicht zimperlich und gar kein bisschen niedlich. Die Kämpfe zwischen Rotkehlchen enden auch mal tödlich für eins von beiden. Von wegen niedlich!

Die Wahrheit über ihren vermeintlicher Mut

Dass Rotkehlchen uns bei der Gartenarbeit beobachten, hinter uns herhopsen und uns dabei auch mal recht nahe kommen, interpretieren viele Menschen als Mut. Aber auch ihr Mut gegenüber uns Menschen hat praktische, berechnende Hintergründe:

Rotkehlchen sind ursprünglich Waldbewohner und sie haben gelernt, dass es von Vorteil ist, sich in der Nähe großer Säugetiere aufzuhalten, weil die für sie Insekten aufscheuchen. Das ist eine bequeme Art der Futterbeschaffung für sie. Und ob das jetzt eine Rotte Wildschweine für sie erledigt, die sich durch den Waldboden wühlt, oder ein Mensch bei der Gartenarbeit, macht für Rotkehlchen keinen Unterschied.

Sie lassen uns für sich arbeiten und sind nur auf ihren Vorteil bedacht!

Finster und verschlagen: Manchmal offenbart das Rotkehlchen sein wahres Gesicht (Foto von Wolfgang Vogt via pixabay)

Meine Mission

Meine Mission ist es, über Rotkehlchen aufzuklären. Ich will sicherstellen, dass alle Menschen über diese finstere Seite Bescheid wissen und sich nicht von der treuherzig blickenden Niedlichkeit des Rotkehlchens einlullen lassen.

Denn warum sollten sie so viel Energie in solch eine perfide Tarnung stecken, wenn sie damit nicht klammheimlich etwas wirklich Übles im Schilde führen würden? Genau!

Ich weiß: Rotkehlchen wollen die Weltherrschaft übernehmen!

Was wir dagegen tun können:

  1. Erstens und am allerwichtigsten: Trage immer einen Aluhut! Dieser schützt dich vor den Röntgenstrahlen, die Rotkehlchen mit ihren blitzblanken Kulleräuglein aussenden, um uns alle einzulullen.
  2. Werde Teil unserer Bewegung und kläre andere über die finsteren Seiten der Rotkehlchen auf! Sonst gibt es da draußen wirklich Menschen, die glauben, Rotkehlchen wären harmlose und niedliche Wesen.
Viele Menschen sind dankbar und einsichtig, wenn wir sie über das wahre Ich des Rotkehlchens aufklären. Nimm dir ein Vorbild an Sebastian23 und sei so vorsichtig wie er!
Dieses Beispiel von Yv.Schi zeigt, dass es keine Schande ist, um fachkundigen Rat zu fragen. Meist kann die Katastrophe noch abgewendet werden.

Noch viel mehr über Rotkehlchen erfährst du →hier.

von | 17. Mai 2024 | Persönliches

aktualisiert:
15. Mai 2024

Silke Hartmann, die Vogelguckerin

Schon in ihrer Kindheit interessierte sich Silke Hartmann für Vögel. Allerdings kannte sie niemanden, die oder der ihr diese Wunderwelt hätte zeigen können. So hat sie sich im Laufe der Zeit selbst beigebracht, Vögel zu sehen. Je mehr sie beobachtete und aus Büchern lernte, desto mehr begeisterte sie sich für Vögel und ihre Superkräfte. Sie bemerkte aber auch, wie schwer es für viele Vogelarten inzwischen ist, zu überleben. Deshalb gibt sie ihr Wissen jetzt als „die Vogelguckerin“ u.a. in Kursen, Büchern und ihrem Podcast „Vögel, aber cool!“ weiter, weil sie weiß, dass die Welt zu einem besseren Ort wird, wenn sich mehr Menschen für Vögel begeistern.

Moin, ich bin Silke,

wie schön, dass du da bist! Hier berichte ich dir Wunderbares und Wundersames über Vögel und ihre Welt. Außerdem erfährst du, wie du anfängst, sie schnell selbst zu sehen und immer besser darin wirst. Komm mit auf die Reise!

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3 Kommentare

  1. Klasse! Jetzt weiß ich Bescheid über Rotkehlchen. Ich habe sogar Weihnachts-Servietten mit Rotkehlchen drauf. Das wird komische Gedanken in mir auslösen, wenn ich die Weihnachten den Gästen vorlege. Ich bin übrigens durch die „Federwelt“ auf Deine Seite aufmerksam geworden.

    Antworten
  2. Hallo Silke,
    unser Kater, norwegische Waldkatze, liebt es normalerweise im Garten an der Leine herumzustromern, unter einem Busch zu liegen, irgendwo zu hocken und das Treiben um sich herum zu beobachten. Aber seit die Rotkehlchen-Kinder bei uns flügge werden, wird er massiv von deren Eltern gemobbt. Sie schreien ihn an, sobald er sich auch nur am Fenster blicken lässt. Er hat regelrecht Angst vor ihnen. Ihr schrilles Gezehtere schmerzt in seinen Ohren. Er möchte kaum mehr im Garten sein. Selbst auf seinem Lieblingsschlafplatz auf einem Schrank im Flur verfolgen sie ihn und schreien ihn durch die Fensterscheibe an. Er ist so genervt. Dabei kann er kaum etwas ausrichten, da er ja draussen an der Leine ist. Sie attackieren ihn sogar und bringen sich dann tatsächlich in Gefahr, denn er ist sehr gut darin, fliegende Dinge aus der Luft zu fangen. Ich hoffe, dieser Terror hört bald auf… Spass beiseite, es ist wunderbar, sie im Garten zu haben. Ich füttere ganzjährig und wenn die Versorgung stockt, kommen sie ans Fenster und beschweren sich. Toll!
    Kristina

    Antworten
    • Liebe Kristina,
      ich bin erschüttert und danke dir herzlich für diesen Bericht. Du lieferst damit den ultimativen Beweis, dass die Rotkehlchen jetzt tatsächlich auch Katzen ausspionieren und bei euch bereits Taktiken gegen sie erproben. Das bestätigt meinen Verdacht. Die Lage ist ernst. Wahrscheinlich sind Katzen alles, was noch zwischen ihnen und der Weltherrschaft steht 😱 Aber das lassen wir nicht zu! Constant vigilance! Bleib wachsam 💪 Lasse sie ruhig weiter in dem Glauben, dass du ahnungslos bist und sie fütterst, weil sie so niedlich sind. So kannst du sie im Blick behalten 👀 Over.

      Antworten

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