Auf den August habe ich hingefiebert – und dann war er noch so viel mehr als „nur“ ein bisschen Urlaub. Mir ist klar geworden, dass ich im Alltag mehr Pausen brauche und dass ich meinen Arbeitsalltag ein bisschen entschlacken muss, wenn ich nicht ausbrennen will. Der August hat mir geholfen zu sehen, was sich verändern soll – und er hat mir beim Runterkommen geholfen.
Die Vogelguckerin in der Zeitung
Mein Buch „Die Superkräfte der Vögel“ ist als Wissensbuch des Jahres 2024 nominiert. Das ist eine ziemlich große Sache für mich und ich freue mich riesig darüber. Deshalb habe ich dazu mal eine kleine Pressemitteilung rausgegeben, die allererste für die Vogelguckerin.
Ich habe sie an zwei lokale Redaktionen geschickt, weil ich dachte, das sei doch mal ein schönes Thema fürs Sommerloch: Neu-Cuxhavenerin für Buchpreis nominiert. Und mit dieser Einschätzung habe ich voll ins Schwarze getroffen!
Beide Redaktionen haben in insgesamt vier Zeitungen Artikel über mich gebracht. Die Redakteurin der Cuxhavener Nachrichten und der Niederelbe Zeitung lud mich sogar zu einem Interview mit Fototermin ein. Das war toll! Und in den lokalen Buchhandlungen habe ich mich bei der Gelegenheit auch endlich vorgestellt. Bei der einen habe ich sogar meine supercoolen Superkräfte-Lesezeichen mit dem Kampfkehlchen vorbeigebracht. Hach, welch schöne Welle diese zwei E-Mails geschlagen haben.

In den Artikel der Cuxhavener Nachrichten und der Niederelbe Zeitung kannst du hier reinlesen. Den zweiten Artikel findest du hier in den beiden Ausgaben des Elbe-Weser-Kuriers auf Seite 5.
Reise durch Skandinavien
Seit Monaten habe ich mich auf den August gefreut, denn ich wollte endlich wieder zum Trekking nach Lappland! Und wenn ich schon mal da war, konnte ich ja auch gleich auf den Lofoten nach dem Rechten sehen. Alles war durchgeplant und die Logistik gebucht – und da strich die Schwedische Bahn kurz vor knapp meine Nachtzüge von Stockholm in den Norden und zurück. Bäm. Das führte dazu, dass ich doch ein bisschen fliegen musste, aber am Anfang meiner Reise noch zwei Tage in meiner Lieblingsstadt Stockholm verbringen durfte und am Ende noch die Gelegenheit bekam, mir Kopenhagen näher anzusehen. Von meiner Anreise nach Stockholm erzähle ich in diesem Blogpost.
Die holprige Anreise war auch schon fast vergessen, als ich endlich in Lappland angekommen bin. Schon als ich aus dem Flieger trat, roch die Luft nach Lappland. Was ist das bloß, das hier so duftet? Oder war es nur der Geruch von Sommerregen in den Bergen? Damit empfing der hohe Norden mich nämlich und davon sollte ich in den nächsten zwei Wochen noch viel, sehr viel mehr bekommen.
in den Regenpausen gab Lappland wieder sein Bestes: Ich sah zum ersten Mal hier oben Moorschneehühner und dann gleich zwei Trupps an einem Tag. Sie waren so nah und unbekümmert, dass ihre leisen Kontaktrufe mir Tränchen in die Augen treten ließen. Auch Prachttaucher dümpelten ganz entspannt auf einem See dahin und ließen sich auch auf dem Rückweg wieder sehen. Dreizehenspechte tockerten freundlicher Weise an die Bäume, damit ich sie auch bloß nicht übersah. Blaukehlchen sprangen mir mutig in den Weg. Lapplandmeisen, Berghänflinge und Spornammern turnten durch die Bäume. Ein Gerfalke durchkreuzte den Himmel. Ich sah auf den Lofoten außerdem meine allerersten Bindenkreuzschnäbel. Die sind so selten, dass ich sie wirklich nicht auf dem Schirm hatte, und ich sie im Vorbeifliegen als Fichtenkreuzschnäbel verbuchen wollte; doch ihre Rufe brachten mich auf die richtige Spur. Dann kloppten sich noch zwei Schmarotzerraubmöwen mit einem Seeadler und mein Vogelglück war perfekt.
Ein weiteres großes Highligh waren die vielen Gespräche, die ich auf Schwedisch führen konnte. Wie viel Spaß mir diese Sprache macht, hatte ich fast schon vergessen. Organisatorisch ging noch sehr viel mehr schief und auch das Wetter war nicht so prickelnd. An mehreren Tagen regnete es durch. Zwischendurch war sogar mal mein Schlafsack naß (der Trekking-Albtraum!) und ich schlief für drei Nächte in einer Hütte. Aber der Norden hat sich wieder so tief in mein Herz gegraben, dass ich bestimmt bald wieder komme.

Ankommen zu Hause
Zum ersten Mal seit ich denken kann, warf mich meine Rückkehr am Ende eines schönen Urlaubs nicht in ein Loch. Eigentlich habe ich sogar das Gefühl, dass mein Urlaub zu Hause weitergeht. Klar sitze ich hier wieder jeden Tag am Schreibtisch und arbeite, aber das Meer ist dabei immer in Sichtweite. Ich liebe unsere Wohnung (den letzten Rauchgeruch werden wir auch noch los) und ich habe auch hier ganz viel Himmel über mir. Möwenrufe begleiten mich durch meinen Alltag. Ich atme auch hier mindestens einmal am Tag tief durch und schaue zum Horizont.
Mir ist in den letzten Wochen außerdem bewusst geworden, wie groß mein Netzwerk in meiner neuen Heimat schon geworden ist. So fehlte mir in meiner Sammlung beispielsweise noch eine Ausgabe „meiner“ Zeitungsartikel und zwei Nachrichten später hatte ich sie. Außerdem erfuhr ich erst durch eine Bekannte, dass der Artikel aus den Cuxhavener Nachrichten zwei Wochen später auch noch in der Niederelbe-Zeitung erschienen ist. Auf einem Stadtfest traf ich zufällig Menschen, die ich kannte und mit denen ich plauderte. Auch gibt es in meinem neuen Leben schon Menschen, die uns den (postalischen) Rücken frei halten, wenn wir weg sind, und ein Auge auf alles halten. Nach nicht mal 11 Monaten empfinde ich diese sozialen Verbindungen als großes, schönes Geschenk, für das ich sehr dankbar bin.

Was im August 2024 sonst noch los war
- Sommerabend am Meer
In Cuxhaven wird im August der „Sommerabend am Meer“ gefeiert: Open-Air-Konzerte, Essenstände, Rummelplatzatmosphäre und am Ende ein großes Feierwerk – alles direkt an der Nordsee. Im letzten Jahr hatte ich mir vorgestellt, wie es wäre, einmal als Bürgerin dabeisein zu können und dort Bekannte zu treffen. In diesem Jahr war das schon Realität. - Familienbesuch
Das Schöne daran, in einer Urlaubsregion zu wohnen, ist, dass Menschen ganz freiwillig zu Besuch kommen und ich so nach Jahren endlich mal wieder meine Pfälzer Familie gesehen habe. - Abschied von meinem Computer
Mein Computer ließ sich im Mai nicht mehr einschalten, juhu. Nach „nur“ drei Monaten (und drölfzig Nachfragen) im lokalen „Fach“handel erfuhr ich am 30. August, dass die Reparatur weitere 2,500 Euro kosten würde. Tja, so nachhaltig will ich dann doch nicht sein. - Wiedersehen mit meinem verschollenen Vogelnotizbuch
Am 5. Juni 2020 verschwand am Ende eines Zeltwochenendes mein Vogelnotizbuch spurlos. Ich erinnere mich noch, dass ich darin blätterte, während wir in einem Restaurant auf unser Essen warteten. Zu Hause war es nicht mehr auffindbar. Hatte ich es etwa allen Ernstes verloren? Ich rief sogar im Restaurant an, weil ich es mir nicht erklären konnte. Es blieb verschwunden – bis zum 31. August 2024, als es in einem Rückenfach des Rucksacks meines Mannes wieder auftauchte. Offenbar hatte ich es dort reingesteckt, als damals unser Essen kam, und er hatte das Fach danach nie wieder genutzt. Vier Jahre lang ist es unbemerkt mit ihm durch unseren Alltag gereist. Faszinierend.

Was ich im August 2024 gebloggt habe
- Was ist der Unterschied zwischen Gänsen und Enten?
- Mein neues Lieblingswort: vogelwild
- Laura von Witzenhausen versteht die Vogelsprache
- #12von12: mein Tag in Stockholm (August 2024)
- 39 Fun Facts über mich
- 9 Eulenmythen im Faktencheck [Podcast]
- 100 Dinge, auf die ich stolz bin
- Orte, an denen ich gewohnt habe, im Birding-Ranking
Huch, da bin ich selbst überrascht, wie viele Artikel ich in diesem Monat so nebenbei veröffentlicht habe.
Ausblick auf den September 2024
- Am 11. September steigt endlich die Superkräfte-Buchparty, juhu!
- Ich überarbeite „Endlich Vögel sehen!“, meinen Vogel-Onlinekurs für Einsteigerinnen. Er wird in diesem Herbst zum letzten mal in gewohnter Form stattfinden. [→hier geht’s zur Warteliste]
- Am 24. September fahre ich nach Bremerhaven, um bei der Lesung von Anne Weiss dabeizusein.
- Am 27. September gebe ich einen Online-Workshop für das Umweltzentrum Hollen zum Thema „Faszination Vogelzug“.
- Den Vogelzug will ich natürlich auch selbst genießen und erleben. Dafür fahre ich hoffentlich wieder mal rüber nach Neuwerk. Drück mir die Daumen, dass es klappt!
Was waren deine Highlights im August? Erzähl doch mal in den Kommentaren! ⬇️
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