Vogelgucken im Februar

Ein Hauch von Frühling liegt in der Luft. Morgens kann man schon einige Vögel singen hören, wenn auch noch sehr zaghaft, aber die Stimmen werden schon einmal für das große Frühjahrskonzert geölt. Die Welt scheint wieder zu erwachen.

Aber Vorsicht! Grade jetzt kann dieser Schein trügerisch sein: Wintereinbrüche sind immer noch möglich und können für die Vögel bei uns dramatische Folgen haben. Also schön die Futterhäuschen füllen und die Nistkästen bereitstellen. Außerdem können durch so einen späten Kälteeinbruch die Karten quasi neu gemischt werden, denn Wasservögel fliehen weiter in den Süden, wo die Seen eisfrei sind und aus dem Norden können weitere Vögel zu uns kommen. Der Februar ist also auf jeden Fall ein spannender Monat!

Diese Vögel kannst du im Februar sehen:

  • Auf den Feldern sieht man große Schwärme von Stieglitzen auf Nahrungssuche. Oft mischen sich auch Buchfinken, Grünfinken, Goldammern und Feldsperlingen dazwischen. Sie schließen sich zusammen, weil sie so besser vor Gefahren geschützt sind. Viele Augen erspähen nicht nur besser Feinde, sondern auch Futter. Da dieses Futter geteilt werden muss und so schneller weg ist, sind diese Finkenschwärme immer in Bewegung und unterhalten sich dabei. Eine große Freunde!
  • Waldkäuze stellen im Winter ihre Nahrung auf Kleinvögel um, die sie an ihren Schlafplätzen leicht erbeuten. Das gute Nahrungsangebot sorgt dafür, dass Waldkäuze schon im Februar mit der Balz starten und dann auch bald zu brüten beginnen. Den Balzruf des Männchens kennt man übrigens aus Nachtszenen in schaurigen Filmen.
  • Auch Spechte beginnen ihre Balz – die weithin zu hören ist. Sie singen oder rufen aber nicht, sie trommeln. Anders als bei der Suche nach Nahrung, bei der sie langsam und unregelmäßig an Baumstämme klopfen, hämmern sie bei der Balz schnelle, rhythmische Trommelwirbel. Und natürlich klingen die verschiedenen Spechtarten dabei ganz unterschiedlich. Ein guter Monat, um darauf zu achten 😉
  • Die ersten Kurzstreckenzieher aus dem Mittelmeerraum treffen Ende des Monats wieder ein: Stare, Hohltauben, Rotmilane, Singdrosseln, Bachstelzen und Rohrammern kommen schon zurück (falls sie denn überhaupt weg waren …). Die Vögel, die am frühesten hier eintreffen, bekommen auch die besten Nistplätze und verfügen so über die besten Bedingungen für die Aufzucht ihrer Jungen. Aber ganz ohne Gefahr ist so eine frühe Rückkehr in die Brutgebiete nicht: Starke Wintereinbrüche können auch zu großen Verlusten unter den Frührückkehrern und Dableibern führen.

Und sonst so?

Nicht nur die Vogelwelt wird wieder munterer und auffälliger, auch die ersten Frühblüher strecken ihre Köpfe aus der Erde.

Viele Vögel begeben sich jetzt auf die Suche nach Nistmöglichkeiten und besetzen ihre Reviere. Das Blaumeisenpärchen, das ich im letzten Jahr bei der Fütterung ihrer Jungen beobachten konnte, landet nun schon wieder regelmäßig auf dem Einflugast auf unserem Balkon, um auszukundschaften, ob sie dieses Jahr in die Mauerritze oder doch in den Nistkasten ziehen.

Dieser Nistplatz vom letzten Jahr ist in kalten Winternächten auch ein willkommener Schutz vor der Kälte und kann so Vogelleben retten. Spätestens jetzt ist also ein guter Zeitpunkt, um schnell den lange geplanten Nistkasten anzubringen.

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Welche Vögel machen dich im Februar besonders froh? Erzähl es mir gerne hier unten in den Kommentaren.

Und dann: Ab nach draußen! Fernglas nicht vergessen.