Mein Vogelmonat Mai 2024

Mein Mai war ein bisschen atemlos. Schon länger habe ich das Gefühl, keinen Boden unter die Füße zu bekommen, egal wie sehr ich strampele. Ende April war ich für mehrere Tage auf Neuwerk und habe zum ersten Mal seit 4 Jahren einen ganzen Tag frei gemacht. So richtig. Keine E-Mails, kein Nur-mal-eben-Schnell und das, obwohl ich nicht im Krankenhaus gelegen habe. Es ist mir schwer gefallen und ich habe ein bisschen geschummelt, denn schließlich ist Instagram auch Arbeit. Aber dieser Tag hat mir sehr deutlich gezeigt, wie nötig ich eine Auszeit habe.

Wie gut, dass ich dafür das perfekte Hobby habe und mir im Mai viele Gelegenheiten zum Durchatmen schaffen konnte:

Birdrace

Am ersten Maisamstag, der nicht auf den 1. fällt, ist Birdrace, der inoffizielle Tag der Vogelartenvielfalt. Tausende Vogelfans in ganz Deutschland sind aufgerufen, an diesem Tag so viele Vogelarten wie möglich in einem Landkreis zu sehen und diese dann zu melden. Dafür können die Teilnehmenden sich in Teams zusammenschließen und gemeinsam unterwegs sein.

Ich war zum vierten Mal mit meinem wunderbaren virtuellen Team „Las Divas Spektivas“ unterwegs (hier der Rückblick auf unser allererstes Birdrace und mein Birdrace 2023). Wie im letzten Jahr waren Anna an der Küste, Iris in Frankfurt, Julia an der Elbe und Véro bei Karlsruhe mit mir an den Start. Und ich habe meine neue Heimat erkundet. Andrea konnte zum Glück auch wieder mitmachen, war aber in einem anderen Team unterwegs.

In diesem Jahr habe ich das Birdrace genutzt, um ein paar Vogel-Hot-Spots kennenzulernen, von denen alle Vogelfans hier oben ständig reden, zu denen man ohne Auto aber nicht so einfach hinkommt. Deshalb habe ich mir also ein Auto geliehen und das Birdrace zum Vogelausflugstag umgemünzt.

Und ich sach ma so: Die anderen haben nicht übertrieben! Wir wohnen wirklich in einer schönen und vogelreichen Gegend. Ich war den ganzent Tag über so froh, dass wir uns im letzten Jahr getraut haben, hierher ans Meer zu ziehen.

Schon morgens beim viel-zu-frühen Frühstück konnte ich Austernfischer und Dohlen auf meine Liste setzen.

Meine besonderen Highlight waren ein Blaukehlchen, das lange und gut sichtbar vor meiner Nase sang, und Kraniche, die über die Wiese spazierten und am Himmel schwebten.

Am späten Nachmittag fing es dann an zu regnen, so dass ich die magische Grenze von 100 Arten nicht geknackt habe (die meine Mit-Dive Anna wieder souverän gerissen hat), aber so habe ich wenigstens noch ein realistisches Ziel für nächstes Jahr.

Dieses Blaukehlchenmännchen schmetterte aus voller Brust, sehr zu meiner großen Freude, hach!

Mannheim und umzu

Seit Jahren ist der Mai der Monat, in dem wir einen Vogel-Ausflug machen, um ein spezielles Vogelgebiet zu besuchen. Im letzten Jahr waren wir zum Beispiel bei den Großtrapen, davor bei Dessau an der Elbe.

In diesem Jahr war unser Ziel die Wagbachniederung zwischen Mannheim und Karlsruhe. Drumherum haben wir dann einen Kurzurlaub gestrickt, der dann kurzfristig vom Umwetter über den Haufen geworfen wurde. Aber schön war es trotzdem!

Ich freute mich ausgiebig über die Halsbandsittiche in Mannheim, sah endlich mal eine Zaunammer (die es nur an wenigen Orten in Süddeutschland gibt) und hatte meine fast schon obligatorische Bienenfresser-Mai-Sichtung.

Höhepunkt war aber natürlich die Wagbachniederung. Das ist ein Naturschutzgebiet von nationaler Bedeutung. Dort brüten nicht nur Lachmöwen, sondern auch Purpurreiher! Kein Wunder, denn es ist wunderschön dort. Was mich aber noch mehr begeistert hat als die Purpurreiher, weil ich damit nicht gerechnet hatte, waren die Turteltauben, die wir dort trafen. Außerdem wurden wir gegen Abend von mehreren Kanada- und Graugansfamilien eingekesselt, denen wir beim Versuch, zurück in die Zivilisation zu kommen, gefährlich nahe kommen mussten.

Purpurreiher beim Halsverrenken und eine Lachmöwe im Anflug
Ein Purpurreiher auf seinem Nest

Vogelzug-Hochsaison

Was mir noch nie so sehr aufgefallen ist wie in diesem Jahr: Auch der Mai ist voll der Vogelzugmonat, ey 😉 Klar, im letzten Mai habe ich auch schon von einigen Seltenheiten erzählt, aber dass mir das zurzeit so besonders präsent ist, liegt vielleicht auch daran, dass ich inzwischen in einem Haufen Messenger-Gruppen aus halb Deutschland bin, in denen Ornis sich gegenseitig über Vogelsichtungen auf dem Laufenden halten.

Wir hier oben an der Küste hatten für mehrere Tage zwei Rallenreiher, die die Ornis aus nah und fern auf Trab hielten. In Südniedersachsen freuten sie sich über Buschrohrsänger, Uhunachwuchs und Orpheusspötter und von Helgoland wurden unter anderem Korallenmöwen und Kurzzehenlerchen gemeldet.

Zurzeit sind besonders die Vögel unterwegs, die noch nicht geschlechtsreif und nicht verpaart sind. Sie erkunden die Welt. Und auch wenn ich dafür keine wissenschaftlichen Beweise vorlegen kann, so vermute ich stark, dass sie nicht nur die Not forttreibt in die Welt, sondern auch ein bisschen ihre Abenteuerlust und ihr Entdeckungsdrang.

Sehen und Wiedersehen

In diesem Monat freute ich mich aber nicht nur über vogelige Begegnungen!

Der Tag in der Wagbachniederung begann damit, dass ich endlich meine langjährige Business-Buddy Kathi Wenz live getroffen habe, weil sie wunderbarer Weise vorbeikam! Wir haben dann einfach da weitergemacht, wo wir bei unserem letzten digitalen Date aufgehört hatten, nur dass wir dafür in einer Beobachtungshütte saßen. Beste!

Silke und Kathi auf unserer allerersten gemeinsamen Vogelexkursion.

Dann verbrachte ich mit einer meiner langjährigsten Freundin einen wunderschönen Abend am Meer, bei dem wir uns endlich mal wieder live über unsere Leben upgedatet haben. Es ist echt so praktisch, in einer Urlaubsregion zu wohnen.

Am letzten Wochenende besuchte mich endlich Verena Hillgärtner (aka @wiederwilderwerden) und wir verbrachten wunderbare Stunden draußen in der Natur und an unserem Esstisch und freuten uns gemeinsam über große und kleine Entdeckungen. Es war so schön zu spüren, dass wir uns live genauso gut verstehen wie übers Telefon!

Endlich auch im RL vereint ♥ Verena & Silke

Pläne schmieden

Ich liebe es zu planen. Nachdem ich in den letzten Monaten aufgrund einiger Unsicherheiten etwas ausgebremst war, habe ich den Mai endlich hingebungsvoll zur Planung genutzt.

Gleich am 1. Mai haben mein Mann und ich eine Sommerreise in den hohen Norden geplant und ich freue mich schon wie Bolle darauf. Wie gehofft darf ich dabei endlich wieder in Lappland trekken gehen, juhu.

Aber auch sonst habe ich tolle Pläne für die nächsten Monate geschmiedet:

Konzerte mit Calabassa

Im Juni trete ich zweimal im Großraum Hamburg mit dem Frauenchor „Calabassa“ auf. Aber keine Sorge: Ich singe nicht! Das übernehmen die Profis. Ich bin für die Vogelfakten zwischendurch verantwortlich. Der Chor wird nämlich nur Vogellieder singen. Vielleicht hat ja jemand von euch die Gelegenheit, dabeizusein? Das wird bestimmt ein toller Abend! Der Eintritt ist frei, Spenden sind willkommen.

15.06.2024, 19:00 Uhr: Tymmo-Kirche, Lütjensee

16.06.2024, 18:00 Uhr: Jubilate-Kirche, Hamburg-Lemsahl

Weitere Infos gibt es →hier.

„Die Superkräfte der Vögel“ beim NABU-Naturschutztreff Kreis Hadeln

Am 19. Juni 2024 bin ich ab 19:00 Uhr beim Naturschutztreff der NABU-Gruppe Kreis Hadeln zu Gast und erzähle etwas zu meinem Lieblingsthema, über das ich so gerne staune: die Superkräfte der Vögel. Herzliche Einladung!

Weitere Infos gibt es →hier.

Kommst du mit auf Vogelreise?

Es wird wahr: Unter fachkundiger Leitung eine neue Vogelwelt entdecken, tolle Vögel sehen (und das sogar ganz nah, ohne zu stören), Gemeinschaft erleben: Seit Jahren fragt ihr mich, ob ich nicht mal eine Vogelreise anbieten kann. In Frühling 2025 ist es endlich soweit! Und natürlich fahren wir auf eine Nordseeinsel.

Falls du daran Interesse hast, halte dir schon mal den 24. bis 27. April 2025 frei und melde dich zu meinem Newsletter an. Da erzähle ich sofort, wenn die Details feststehen und du buchen kannst.

Was waren deine Highlights in den letzten Wochen? Erzähl doch mal!

von | 31. Mai 2024 | Rückblick

aktualisiert:
31. Mai 2024

Silke Hartmann, die Vogelguckerin

Schon in ihrer Kindheit interessierte sich Silke Hartmann für Vögel. Allerdings kannte sie niemanden, die oder der ihr diese Wunderwelt hätte zeigen können. So hat sie sich im Laufe der Zeit selbst beigebracht, Vögel zu sehen. Je mehr sie beobachtete und aus Büchern lernte, desto mehr begeisterte sie sich für Vögel und ihre Superkräfte. Sie bemerkte aber auch, wie schwer es für viele Vogelarten inzwischen ist, zu überleben. Deshalb gibt sie ihr Wissen jetzt als „die Vogelguckerin“ u.a. in Kursen, Büchern und ihrem Podcast „Vögel, aber cool!“ weiter, weil sie weiß, dass die Welt zu einem besseren Ort wird, wenn sich mehr Menschen für Vögel begeistern.

Moin, ich bin Silke,

wie schön, dass du da bist! Hier berichte ich dir Wunderbares und Wundersames über Vögel und ihre Welt. Außerdem erfährst du, wie du anfängst, sie schnell selbst zu sehen und immer besser darin wirst. Komm mit auf die Reise!

Mein neues KOSMOS-Buch: „Die Superkräfte der Vögel“

MDR-Doku: „Das Geheimnis der Vögel“

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1 Kommentar

  1. Danke für unser wundervolles Treffen Silke! Ich bin sehr dankbar für unser Freundschaft 🦩

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