Amsel: Meistersängerin mit finsteren Seiten

Amsel, die; auch: Turdus merula oder Schwarzdrossel. Amseln gehören mit zu den beliebtesten Vögeln bei uns im Land. Und ich finde, das ist gar kein Wunder: Sie sind allgegenwärtig, leicht zu erkennen und ihr Gesang geht direkt ins Herz. Aber was wissen wir sonst noch von dem Vogel, der so nah um uns wohnt wie kaum ein anderer? Welche Superkräfte und Geheimnisse haben Amseln? Auch wenn du glaubst, diese Gartenbewohnerin bereits zu kennen, hab ich hier bestimmt noch ein paar Überraschungen für dich.

Zum Beispiel meine Podcast-Folge zur Amsel:

Aber zurück zu den Basics:

Aussehen

Amseln sind so häufig und sichtbar, dass sie als eine der Referenzarten gelten: Wir sagen, ein Vogel ist „amselgroß“ und alle wissen, was damit gemeint ist: nämlich ein ca. 23 bis 25cm mittelgroßer Vogel. Mit ihrer waagerechten, gestreckten Haltung sind sie außerdem der Inbegriff einer Drossel. Zu denen gehört sie natürlich auch, obwohl uns Kinderlieder wie Alle Vögel sind schon da und Die Vogelhochzeit etwas anderes einreden wollen.

Männchen und Weibchen kann man optisch prima unterscheiden: Männchen sind schwarz mit schwarzen Füßen und einem gelb-orangen Schnabel. Sie haben außerdem einen gelben Ring ums Auge, den sogenannten Lidring. Sie wirken elegant, aber auch ein bisschen langweilig. Die Gefieder der Weibchen sind abwechslungreicher: Sie sind in verschiedenen Braun-Schattierungen gefärbt und haben einen dunklen Schnabel und bräunliche Füße.

FUN FACT Amselweibchen erkennen die körperliche Fitness der Männchen auch an der Schnabelfarbe: Die Karotinoide, die für die Färbung verantwortlich sind, werden bei einer Erkrankung herausgezogen, um damit das Immunsystem zu stärken. Je oranger der Schnabel, desto gesünder ist das Männchen.

Immer wieder kommt es bei Amseln jedoch auch zu abweichender Gefiederfärbung. Das Gefieder hat weiße Flecken oder weiße Säume oder ist gar ganz weiß. Häufig ist das eine harmlose Defekt-Mutation (Stichwort Leuzismus). Es gibt so etwas bei vielen Vogelarten. Bei Amseln fällt es nur sehr auf, weil der Kontrast von schwarz/dunkelbraun zu weiß so hoch ist und weil sie in unseren Gärten relativ geschützt vor Greifvögeln sind. Im Wald würden sie so weiß leuchtend wahrscheinlich nicht so lange überleben.

BEOBACHTUNGSTIPP Amseln laufen meist nicht im eigentlichen Sinne, sondern bewegen sich am Boden hüpfend fort. Und an diesem Hüpfen kann man sie auch gut von den Staren unterscheiden, denen sie in Größe und Farbe ähneln.

Verbreitung

Amseln leben ganzjährig bei uns. Heutzutage sind sie die häufigste Drosselart in Mitteleuropa. Das war nicht immer so, denn ursprünglich sind Amseln Waldbewohnerinnen. Bis vor 150/200 Jahren lebten sie ausschließlich im Wald und zwar besonders gerne in der dichten, feuchten, schummrigen Waldmitte. Auch waren sie sehr scheu. Umso erstaunlicher, dass wir heute eigentlich überall um uns herum auch Stadtamseln finden. Hier leben sie in den Gärten und Parks unserer Siedlungen. Alles was sie brauchen, ist ein kleineres Gehölz und ein bisschen Grün. Und scheu sind sie hier auch nicht mehr. Durch dieses Verhalten und auch durch die Lautstärke ihres Gesangs unterscheiden sich Stadt- und Waldamseln sehr.

Städte bieten für Amseln viele Vorteile: Die Winter sind wärmer, so dass mehr Amseln überleben. Durch das künstliche Licht verlängert sich die Zeit, in der sie Futter und eine*n Partner*in finden können. Es gibt reichlich Futter. Aber das urbane Leben hat auch Nachteile: Der ständige Lärm verursacht Dauerstress und das wirkt sich negativ auf ihr Immunsystem aus. Die Dichte an Feinden ist durch die Anwesenheit all der freilaufenden Stubentiger höher.

FUN FACT Aus ihrem ursprünglichen Lebensraum stammt eine Spezialfähigkeit von Amseln: Sie können sehr gut im Dämmerlicht sehen.

Ein finster dreinschauendes Amselweibchen

Nahrung

Amseln sind flexible, anpassungsfähige Allesfresserinnen. Deshalb gefällt es ihnen auch so gut bei uns in den Siedlungen. Zu Beginn der Brutzeit im Frühling fressen sie fast ausschließlich tierische, eiweißreiche Nahrung: Regenwürmer, Käfer, Ameisen, Schnecken, Spinnen und auch schon mal einen kleinen Frosch, eine Blindschleiche und Eidechse.

Wenn ihr euer Bild von den niedlichen, freundlichen Amseln bewahren möchtet, überspringt diesen Absatz: Amseln fressen nämlich auch mal Babyvögel aus anderen Nestern und aus dem Nest gefallene Sperlinge. Wer hätte das gedacht?

Später im Jahr, also so ab Mai/Juni, fressen sie auch gerne Früchte und Beeren, je süßer, desto lieber. Amseln gehören mit zu den legendären Erdbeer- und Kirschenräuberinnen, weil sie wissen, was gut ist.

Am Futterhaus machst du sie mit Getreideflocken und Rosinen glücklich – allerdings nicht in Futtersäulen oder gar Meisenknödeln, sondern in Schalen oder besonderen Futterstationen auf dem Boden. Amseln sind nämlich keine besonders talentierten Turnkünstlerinnen.

BEOBACHTUNGSTIPP Bei der Futtersuche hüpfen sie ein paar Schritte und verharren dann regungslos mit schräg gestelltem Kopf. Achte mal drauf!

Bei anderen Vögeln mit ähnlichem Verhalten ist es schon bewiesen worden, deshalb können wir davon ausgehen, dass Amseln die Regenwürmer im Boden hören können.

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Amselmännchen futtert Beeren.

Ihre Superkraft: der Gesang

Die Superkraft von Amseln ist eindeutig ihr Gesang. Die Männchen flöten melodisch und sehr variantenreich, fast kreativ. Manchmal bauen sie auch zwitschernde Elemente ein oder auch mal ein Handyklingeln. Trotzdem kann man ihre Stimme gut erkennen und wiedererkennen. Amseln singen nicht in Gruppen wie andere Vögel, sondern höchstens mal im Sing-Duell mit einem Rivalen. Männchen singen hauptsächlich, um ihr Revier zu verteidigen und um Weibchen auf sich aufmerksam zu machen und zu beeindrucken. Und das machen sie 1A. Zum Singen sitzen sie erhöht, also oben auf einem Baum oder auf Hausdächern. So sind sie gut sichtbar und ihr Gesang schallt sehr laut und weit.

Sie können bereits Ende Januar und bis in den August hinein singen. Ihre Standardzeit ist jedoch von Anfang März bis Ende Juli. Häufig singen sie bereits vor der Morgendämmerung und manchmal auch in der Dunkelheit – zum Beispiel in der Nähe von Straßenlaternen.

Amseln haben aber noch mehr Lautäußerungen auf Lager, zum Beispiel schimpfen bzw. zetern sie sehr laut und aufgeregt, wenn sich eine Gefahr nähert. Und sie tixen; so nennt man die schnelle Aneinanderreihung von vielen hohen, fast schrillen Tix-Lauten. Das klingt dann gar nicht mehr so melodisch

Amseln nutzen ihre Stimme, um zu warnen. Dabei unterscheiden sie u.a. zwischen Feind aus der Luft und Feind vom Boden und sie geben auch Auskunft darüber, wo sich die Gefahr befindet und wie sie sich verhält. Diese Warnrufe verstehen nicht nur andere Vögel, sondern auch wir Menschen können lernen, sie zu verstehen.

Amselmännchen im Schnee. Der gelbe Lidring leuchtet hier schön.

Jetzt geht’s zur Sache: Revierkämpfe, Balz und Brut

Ihre Reviere stecken Amselmännchen spätestens im Frühjahr ab – durch ihren melodisch flötenden Gesang und durch vollen Körpereinsatz.

Zwei Amselmännchen kämpfen meist am Boden. Dabei picken sie nach einander oder schieben sich gegenseitig flügelschlagend Brust an Brust durch den Garten. Laut zetern und schimpfen müssen sie dabei natürlich auch, ist ja klar. Manchmal steigen sie auch ineinander verkeilt mehrere Meter hoch in die Luft und kämpfen dort weiter. Der Unterlegene wird dann am Ende noch einmal machomäßig aus dem Revier gejagt.

FUN FACT Ihren Hass auf andere Männchen in ihrem Revier lassen Amselherren übrigens auch gerne mal an gelben und orangen Krokussen aus. Die Farbe erinnert sie wohl an die Schnabelfarbe ihrer Kontrahenten und dann sehen sie rot.

Auch die Balz wirkt aus der Zeit gefallen: Dabei stolziert das Männchen im Imponierschritt vor dem Weibchen auf und ab. Er ist dabei hoch aufgerichtet, streckt den Hals lang und plustert sein Brust- und Bauchgefieder auf. Das Weibchen sitzt währenddessen mehr oder weniger interessiert daneben und nimmt die Vorstellung ab.

Die Brutzeit von Amseln geht von Februar bis August. So schafft eine Amseldame locker zwei bis vier Bruten im Jahr. Diese müssen allerdings nicht immer mit demselben Partner erfolgen. Es kommt vor, dass eine Amsel direkt nach dem Schlüpfen der Kücken mit einem anderen Partner eine zweite Brut beginnt, während der erste Partner die erste Brut alleine aufzieht. Da die Amseldame auch alleine brütet, ist das eine fast faire Aufgabenteilung. Studien haben außerdem gezeigt, dass der fütternde Amselmann nicht zwangsläufig der leibliche Vater des Nachwuches sein muss.

BEOBACHTUNGSTIPP Ihre Nester bauen Amseln im Gebüsch, in Bäumen und Spalieren und auch schon mal in einem Blumenkasten, auf einem Dachbalken oder in einem vergessenen Gummistiefel.

Ein junger Amsel-Ästling wartet darauf, bis seine Eltern antanzen, um ihn zu füttern.

Zug

Du glaubst, nur weil du das ganze Jahr Amseln in deiner Nähe siehst, ziehen sie gar nicht? Tja, so ganz stimmt das nicht. Etwas 25 % aller Amseln in Mitteleuropa ziehen (in Schweden und Finnland sind es sogar zwischen 76 % und 89 %). Bei uns ziehen Waldamseln öfter als Stadtamseln, Weibchen und Jungvögel öfter als Männchen und wenn es richtig kalt wird, ziehen noch ein paar mehr als sonst. Amseln ziehen hauptsächlich nachts und überfliegen dabei locker die Nordsee, das Mittelmeer und die Alpen. Unsere Amseln ziehen meistens nach Westen und Südwesten. Manche Waldamseln ziehen aber auch einfach nur in die nächstgelegenen Stadt. Du kannst dich also nicht darauf verlassen, dass die Amsel in deinem Garten immer dieselbe ist.

Abschließend bleibt mir nur noch zu erwähnen, dass die Amsel der offizielle Nationalvogel Schwedens ist und über mehrere Jahre mein Jahresvogel war.

Auf einer Skala von eins bis zehn: Wie groß ist deine Amselliebe? Und vor allem: Warum? Hinterlass mir gerne eine Nachricht in den Kommentaren. Und dann: Ab nach draußen!

von | 26. Aug 2022 | Podcast, Vogelwissen

aktualisiert:
10. Nov 2023

Silke Hartmann, die Vogelguckerin

Schon in ihrer Kindheit interessierte sich Silke Hartmann für Vögel. Allerdings kannte sie niemanden, die oder der ihr diese Wunderwelt hätte zeigen können. So hat sie sich im Laufe der Zeit selbst beigebracht, Vögel zu sehen. Je mehr sie beobachtete und aus Büchern lernte, desto mehr begeisterte sie sich für Vögel und ihre Superkräfte. Sie bemerkte aber auch, wie schwer es für viele Vogelarten inzwischen ist, zu überleben. Deshalb gibt sie ihr Wissen jetzt als „die Vogelguckerin“ u.a. in Kursen, Büchern und ihrem Podcast „Vögel, aber cool!“ weiter, weil sie weiß, dass die Welt zu einem besseren Ort wird, wenn sich mehr Menschen für Vögel begeistern.

Moin, ich bin Silke,

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41 Kommentare

  1. Hallo,

    riesiges Kompliment erst einmal an diese Stelle: Tolle Infos, tolle Bilder, ich hab wieder Etwas gelernt! Ich mag die Amseln, habe ein Handyvideo gedreht, weil ich mich kaum getraut habe zu bewegen, wollte sie ja nicht von meiner Loggia in der Stadt vertreiben. Dann kam ein Star zu Gast und ich war hin und weg^^

    Der Star hat total anders gesungen und so facettenreich, schade, dass sie hier in HH so selten sind.

    Die Amseln sind bei mir so dreist, die klopfen schon mal an die Scheibe, wenn ich das Futter auffüllen soll^^

    Das hat sich der Buntspecht jetzt abgeschaut, ihn stört mehr, dass ich hier am Fenster sitzen am Rechner, allerdings hab ich bei der Schlagstärke fast n Herzinfakrt bekommen 🙂

    Antworten
    • Moin Yve,
      vielen Dank für deine Nachricht und die schönen Geschichten von deiner Loggia.
      Dass die Vögel an deine Scheibe klopfen, wenn du Nachschub bringen sollst, ist ziemlich witzig. Ich denke, sie haben dich gut konditioniert 😉
      Herzliche Grüße an euch alle und: weitermachen!
      Silke

      Antworten
  2. Hallo liebe Silke,
    Deinen Titel „Amsel mit finster Seite“ finde ich sehr sehr treffend. Ich bin Vogelliebhaber seit meiner Kindheit; aber auch leidenschaftlicher Hobbygärtner. Und da werden mir die Amseln immer stärker zum Ärgernis, weil diese zusehends aggressiver in meinen mit Mulch bedeckten Beeten „herumwüten“, indem sie mit dem Schnabel meinen mit Bedacht aufgebrachten Mulch wieder durch die Gegend werfen, um die darunter befindenden Regenwürmer zu fressen. Teilweise zerstören sie dabei auch das Pflanzgut bzw der Wachstum der Planzen wird erheblich gestört; sogar frisch gepflanzte Bäume leiden sehr an der „Fresswut“ der „finsteren Gesellen“ (und dieses ist ganz besonders aggressiv, wenn sie ihre Brut versorgen müssen. Kaum sind die Jungvögel ausgeflogen, werden diese in die Taktik des „aggressiven Gartenumgrabens“ eingewiesen. Für mich entwickeln sich die Amseln zu regelrechten Plagegeistern (deren Gesang obendrein auch immer spärlichen wird).

    Antworten
    • Moin Winfried,
      danke für deine Nachricht. Leider (?) haben Amseln kein Verständnis von menschlicher Gartenästhetik. Woher sollen sie wissen, dass der Mulch da absichtlich hingestreut wurde und du Wert darauf legst, dass er genau dort bleiben soll? Für sie ist das nicht anders als das Laub im Wald, unter dem es Futter gibt. In dem Fall würde ich „aggressiv“ eher mit „energisch“ oder „verzweifelt“ ersetzen, denn bei ihnen geht es bei der Futtersuche ums Überleben. „Ordnung“ und „Garten“ sind menschliche Konzepte, die sie nicht verinnerlicht haben. Wozu auch? Dass sie jetzt nicht singen, ist ganz normal. Höchstwahrscheinlich sind es zurzeit auch nicht die Individuen, die im Frühjahr ihr Revier bei dir hatten.
      Ich hoffe, du kannst deinen Blick auf Amseln weiten und deinen Frieden mit ihnen machen.
      Viele Grüße
      Silke

      Antworten
  3. Hallo Silke,
    da ich Amseln liebe und gerne Erfahrungsgeschichten über sie lese, bin ich hier hängen geblieben.
    Bei mir im Garten wohnt seit einem Jahr Hugo, ein sehr scheuer und ängstlicher Amselhahn. Sobald ich Futter im Garten verteilt habe, kam er immer aus seinem Hecken-Versteck und wollte der Erste sein. Denn sobald die anderen Amseln kamen, ließ er sich verjagen, ab und zu war er mal mutig, am im Großen und Ganzen eher nervös. Ich habe ihn daran erkannt, dass er zwei Schwungfedern halb ausgerissen hatte, die standen so seitlich ab. Aber das hat sich mit der Mauser im Frühjahr wieder gegeben.

    Ich habe für uns beide eine Erkennungsmelodie, auf die hört er, wenn er in der Nähe ist. Wenn ich mit der Dose Mehlwürmer ankomme und ihm eine Handvoll anbiete, kommt er. Mittlerweile hat er Vertrauen zu mir aufgebaut, ist aber anderen Amseln gegenüber immer noch scheu.

    Außer jetzt, wo seine Jungen flügge sind. Jetzt traut er sich, auch mal eine andere Amselhenne zu vertreiben oder sich mit einem Amselmann anzulegen, wenn sie in sein Revier mit den Jungvögeln kommen.

    Ja, der scheue Hugo hat eine Dame abbekommen. Sie hat im Juni ein Nest in meinen Lebensbaum gebaut, total instabil, weil das eher ein Bäumchen und kein Baum war. Tagelang hat sie Material zusammen getragen und eines Montagmorgens lag das Material halb im Baum und halb am Boden. Ich habe dann eine kleine Blumenschale genommen, zwei Löcher reingebohrt und Tau durchgezogen und dieses dann an zwei Stämme befestigt und einfach ein Teil des heruntergefallenen Nistmaterials in die Mulde gelegt.

    Sie hat tatsächlich am Nest weiter gebaut und am Abend saß sie dann drin. Nach ein paar Tagen lagen dann drei Eier drin. Sie hat ja wirklich nicht hoch gebaut, man konnte mal eben reinschauen, wenn sie unterwegs war. Hugo war süß, er besuchte sein Frauchen manchmal im Nest oder zwitscherte auf dem Dach vom Schuppen.

    Alles ist bis jetzt super verlaufen. Die Jungen haben fast zeitgleich vor drei Tagen das Nest verlassen. Zwei Tage waren sie noch in der Nähe in der Hecke, zwar etwas verstreut, aber die zwei haben sich gut darum gekümmert. Seit heute sind sie unterwegs und haben ihr ursprüngliches Versteck verlassen. Ich glaube, einer fliegt schon rum.

    Ich hoffe mal, alles geht gut und die Jungen werden versorgt, ich kann das ja nicht mehr sehen. Finden die Eltern denn die Jungen auch, wenn sie sich weiter entfernen? Der letzte war noch sehr jung, aber als seine Geschwister das Nest verlassen haben, hatte er auch wohl keine Lust mehr. Ich will hoffen, dass es allen drei gut geht, wo sie auch immer sind.

    Schön wäre es, wenn Hugo nach der Aufzucht und nachdem seine Jungen selbstständig sind, er wieder in sein altes Revier zurück kommt, ich habe mich so an ihn gewöhnt. Brunhilde natürlich auch, aber soviel ich weiß, sind die Paare nur für eine Saison zusammen.

    Antworten
    • Hallo Siggi, vielen Dank für deine schöne Geschichte von Hugo und seiner Familie.
      Du brauchst dir keine Sorgen machen: Die Eltern finden ihren Nachwuchs auch in einem größeren Umkreis wieder. Ich habe dazu mal einen eigenen Beitrag geschrieben: https://vogelguckerin.de/welche-jungvoegel-brauchen-hilfe/
      Ich wünsche dir noch viele weitere spannende Vogelbeobachtungen.
      Herzliche Grüße
      Silke

      Antworten
  4. Moin die Damen und Herren,

    ich habe neulich ein Amselweibchen in meinem Garten gesehen, welches mir immer näher kam.
    Kurz darauf setzte es sich dann auf meinen Schoß und ließ sich das Bäuchlein kraulen.
    Das war schön. Was ein liebes Tierchen. Die Amselweibchen sind die liebsten von allen.

    Mit freundlichen Grüßen

    Hans Schwürloh

    Antworten
    • Hallo Hans,

      „Amselweibchen sind die liebsten von allen“… von allen was, eigentlich? Weibchen?

      Und bist Du sicher, dass es ein Amselweibchen war? Amseln kommen normalerweise nicht, um sich kraulen zu lassen. Ich vermute eher, dass es sich um ein anderes Weibchen gehandelt hat. War es haarig und hat geschnurrt? 😉

      LG
      Jana

      Antworten
  5. Halli Hallo Silke 🙂

    Eine total tolle Seite hast du hier, vielen Dank für diese umfangreichen, interessanten Informationen, welche echt gut geschrieben sind! 🙂

    Auch die Kommentarfunktion ist super, da man an den Erlebnissen und Erfahrungen anderer Amsel-Liebhaber-Menschen teil haben darf..

    Es ist schön zu lesen, dass Amseln auch anderen Menschen so ans Herz gewachsen sind, ‚ich dachte schon, ich hätt nen Vogel‘ ;P

    Eine Frage hätte ich auch..

    Kommen Amseln in ihren Lieblingsbaum/Revier zurück, wenn sie ausversehen verjagt wurden?

    Ich habe namlich, glaub ich, ganz schön Mist gebaut, was mir in dem Moment nicht bewusst war und mir sehr, sehr leid tut 🙁

    Ich bin vor kurzem in ein Haus im Wald gezogen, was viele, viele Jahre leer stand.. Alles war zu Beginn wüst..
    Nach monatelanger Renovierung, habe ich mir den Garten vorgenommen..
    An vielen Stellen lag leider, teils stark überwuchert, jede Menge Müll, den ich beseitigen wollte, wo ich nur nicht ganz ohne Freischnitte dran kam, bzw den Garten generell wenig betreten konnte..

    Ich habe stellenweise Rasen getrimmt und einen Busch etwas zurecht geschnitten..
    Extra nur ein kleines bisschen..
    Es war auch kein Nest im Busch, danach hatte ich geschaut..
    Aber er war so stark verwuchert, wo ich im Nachhinein dachte, dass das evtl ein super Schlafplatz für Vögel gewesen war.. :/
    ‚Leider erst im Nachhinein..

    Denn jetzt, wo meine Lieblingsamsel nicht mehr in der Kiefer darüber singt, ist mir klar geworden, dass ich da wahrscheinlich für verantwortlich bin.. 🙁

    Ich mache mir seit Tagen Vorwürfe und wünschte, ich könnte es rückgängig machen 🙁

    Sie ist ein Grundstück weiter geflogen und singt jetzt da von morgens bis abends in einem Baum..
    Manchmal gehe ich hin um ihr zu lauschen aber ich komme mir schon etwas blöd vor, an Nachbars Grundstücks Rand zu stehen deswegen ^^
    Ich vermisse sie so sehr im Garten, konnte ihr von der Terasse immer so schön zuhören und sie beobachten.. Sie hat hier alles so vollkommen gemacht..

    Kann ich sie irgendwie wieder zurück locken oder ist es überhaupt moglich, dass sie nach so einem Schock überhaupt noch mal zurück will?

    Ich habe schon massig Stöcker gesammelt und den ‚wahrscheinlich ihren‘ Busch umrandet, habe versucht es wieder wüster und geschützter zu machen dort, habe auch Futter ausgestreut und mittlerweile auch ganz viele andere Amseln und Singdrosseln hier, die sich sogar auf 1m nähern und in ruhe in meiner Nähe fressen..

    Aber die eine bestimmte fehlt..
    Ich bin sehr traurig, ihr wahrscheinlich etwas ungutes getan zu haben und vermisse ihren einzigartigen Gesang..

    Ein mal hat sie heute (zum ersten mal seit Tagen) ganz kurz im Garten gesungen, nicht auf ihrem Lieblingsbaum aber in der Nähe davon..

    Gibt es Chancen, dass sie zurück kommt?
    Und kann ich sonst noch etwas was dafür tun?

    Ich hab jetzt schon halboffene Nistkästen gebaut und aufgehangen (ich weiß, es ist etwas spät dafür aber vielleicht hilft es ja) und sehe zu, dass ich diesen Ort, wo sie sang, möglichst gar nicht mehr betrete..

    Vielleicht hast du oder jemand von den Mitlesern ja noch einen Tipp oder Erfahrungen?

    Ich würde mich sehr freuen 🙂

    Ich hoffe so sehr, dass sie zurück kommt <3

    Alles Liebe und einen wunderschönen Tag allerseits,
    wünscht Naelvi 😉

    Antworten
    • Hallo Naelvi,
      danke, dass du deine Geschichte mit uns teilst. Ich kann mir gut vorstellen, wie du dich gefühlt hast, als du verstanden hast, was dein Tun für unbeabsichtigte Folgen hatte. Du hast schon viele gute Ideen umgesetzt, um deine Amsel zurückzulocken. Aus der Ferne ist sowas etwas schwierig zu beurteilen, aber die vielen anderen Amseln in deinem Garten sprechen dafür, dass sich die Reviergrenzen verschoben haben. Es könnte der Nachwuchs aus einer vorherigen Brut sein, der noch nicht vertrieben wurde. Für die neue Brut hat sich deine Amsel jetzt wohl den Nachbargarten ausgesucht, aber für die nächste Brutsaison werden die Revierkarten neu gemischt. Bis dahin ist das Gebüsch auch schon wieder etwas dichter. Wenn sie bei dir schon mal erfolgreich gebrütet hat, kommt deine Amsel bestimmt zurück.
      Ich drücke dir sehr die Daumen!
      Herzliche Grüße dir – und Kopf hoch <3
      Silke

      Antworten
  6. An unserem Balkongeländer rankt eine Weinrebe und dort versteckt brütet gerne eine Amsel. Man kann ihr beim Brüten von oben zusehen und sie fliegt nicht weg. Später dann die Jungvögel, die ja nach 8Tagen bereits das Nest verlassen, obwohl sie noch flugunfähig sind.

    Leider hat der Nachbar eine Katze und die hatte den Brutplatz spitz bekommen, die Amseln ihrerseits die lauernde Katze aber auch. Wir merkten das Drama erst durch das aufgeregte, klagende Geschrei der zwei Elternvögel. Eine Amsel der beiden, ich glaube es war das männliche Tier, hatte die Katze offensichtlich bereits erwischt. Ihr Flügel hing gebrochen zu Boden, kraftlos hüpfte sie und flatterte klagend auf dem Asphalt rum. Oh weh, die Katze setze schon an zum Sprung, aber als sie lossprang flog der Vogel – plötzlich genesen – hoch, nur um dann ein Stück weiter weg vom Nest, erneut den verletzten Vogel zu markieren. Die Katze ließ sich täuschen und nach drei solcher Schauspielstückchen war die Katze weit genug weg vom Nest, jedenfalls flog die Amsel gesund davon und die Katze hatte das Nest vergessen. Das Vogelpaar konnte sich weiter ihrer erfolgreichen Brutpflege widmen. –

    Ich war sehr erstaunt, so ein schlaues Verhalten von Amseln mitzuerleben. Wenn ich es nicht selber erlebt hätte, würde ich es nicht glauben!!! Dass Amseln mit vorgetäuschter Flugunfähigkeit eine Katze zielgerichtet zum Narren halten können, war mir völlig neu!

    Antworten
    • Hallo, liebe Ingrid, danke für diese spannende Geschichte. Von Amseln kenne ich dieses Verhalten bisher auch noch nicht, aber von vielen Bodenbrütern wie Kiebitz, Fluss- und Sandregenpfeifer. Es gibt auch einen Fachbegriff dafür: verleiten. Und das ist wirklich ziemlich clever von den Vögeln.
      Viele Grüße an dich und die Amselfamilie!

      Antworten
  7. Hallo Silke,
    wir haben Deinen schönen Beitrag bei unserer Suche über Wiedererkennungsmerkmale bei Amseln gefunden. Hintergrund: Vor 3 Jahren haben wir das erstemal ein Amselmännchen wiedererkannt: er war der einzige in der Mauser und behielt nach der Mauser einen weissen Fleck an der Seite. Er blieb unserem Garten über den Winter treu, auch im heissen Sommer freute er sich über täglich 2-3 Weintrauben an immer gleicher Stelle und die permanente Waschgelegenheit. Die Mauser letztes Jahr war extrem, den hellen Fleck behielt er. Den letzten Winter und die ersten Frühjahrsmonate dieses Jahr behielten wir unsere Weintraubengaben bei, teilweise wartete er bereits darauf, war zuviel Konkurrenz im Garten, versteckte er sie, aß sie später. Sein Gefieder ist in den letzten 2 Wochen entweder wieder voller geworden, der Fleck ist weg. Warum erkennen wir ihn?: Er läuft !!! und hüpft ganz selten mal zwischendurch, und dass, seit dem wir ihn kennen. Deshalb haben wir ihn Roadrunner genannt. Filmisch haben wir seinen Lauf natürlich festgehalten, leider lässt dieses Eingabefeld die Einfügung nicht zu.

    Antworten
    • Hallo, liebe Christine. Vielen Dank für deine schöne Amsel-Geschichte. Wie wunderbar für euch, dass ihr so eine standorttreue, lebenstapfere Amsel bei euch habt. Herzliche Grüße an dich und ihn 😉

      Antworten
  8. Moin.
    Brüten Amseln im alten Nest? Oder sollte man das alte entfernen und hoffen, das sie wiederkommen?

    Antworten
    • Hallo Claudia,
      Amseln brüten i.d.R. nicht im alten Nest. Die Antwort auf deine zweite Frage ist ein „je nachdem“. Ein Nest in einer Hecke etc. brauchst du nicht entfernen. Hinter einem Blumentopf oder auf einem Balken könntest du es versuchen. Aber bitte erstmal beobachten, ob es nicht vielleicht doch irgendwie in Betrieb ist. Die eigentliche Zeit zum Entfernen von Nestern ist so ungefähr im Oktober.

      Antworten
  9. Bei uns im Garten ist nun schon das dritte Amselmännchen hinkend mit verletztem Bein aufgetaucht. Einen Jungmann konnte ich gut unterscheiden von den anderen und er hat sich wieder erholt und hüpft und läuft fast wieder normal.

    Passiert das bei den Balzkämpfen? Kommt so etwas öfter vor? Oder sind Katze, Marder und Co. Schuld? Ich wäre dankbar für eine Einschätzung, denn wir sind etwas verstört 😟.

    Antworten
    • Hallo Claudia,
      bei sowas sind Ferndiagnosen schwierig. Du hattest da schon gute Ideen für die Ursachen: Bei den Balzkämpfen geht es teilweise hoch her und Verletzungen können vorkommen. Bei Fressfeinden lassen die Vögel eher Federn, wenn sie mit dem Leben davonkommen, aber das könnte natürlich trotzdem eine Ursache sein. Gestörte Bewegungsabläufe können auch von Kollisionen mit Glasscheiben können, durch Gelenkentzündungen oder die Vögel verletzen sich an Glasscherben o.Ä.. Ursache könnten auch Verschnürungen sein, also Fäden oder Haare, die sich um den Fuß oder das Bein gewickelt haben, das Gewebe abschnüren und tiefe Wunden verursachen und zum Absterben der Zehen führen. Das löst sich allerdings nicht wieder von alleine.
      Schön, dass sich zumindest der eine wieder erholt zu haben scheint.

      Antworten
  10. Amseln, vor allem die Männchen, sind seit Jahren meine absoluten Lieblinge. Ich beobachte und füttere sie das ganze Jahr. Dabei hab ich sie immer besser kennengelernt. Ich finde sie ausgesprochen unterhaltsam. Außerdem wunderschön. Und ich liebe ihren Gesang.
    Den Artikel fand ich sehr interessant. Und den Fun Fact mit den Krokussen kannte ich auch noch nicht.

    Antworten
    • Danke für deine Nachricht. Es freut mich, dass du noch was Neues mitnehmen konntest. Und noch viel mehr freue ich mich über deine Amselliebe. Viel Spaß bei der beginnenden Balzzeit.

      Antworten
  11. Wir haben auch seit 2 Jahren ein Amselmännchen,Pauli genannt, im Garten. Wenn er uns hört, kommt er sofort angeflogen und ist eher an der Futterstelle als wir. Am liebsten mag er Rosinen. Auch das Weibchen, Pauline, ist ziemlich zahm. Zur Zeit hat Pauli damit zu tun, die Konkurrenten zu verjagen. Es ist jeden Tag eine Freude, unsere kleinen Freunde zu beobachten.

    Antworten
    • Das klingt wirklich ganz wunderbar, liebe Petra. Danke, dass du mir von Pauli, Pauline und deiner Freude erzählt hast. Viele Grüße an euch alle!

      Antworten
  12. Darüber freue ich mich auch! ❤️

    Antworten
  13. Ich liebe „meine Amseln“ auf der Grünfläche hinter den Haus! Zu einem.Amselmännchen habe ich eine Art „Beziehung“ aufgebaut. Ich erkenne ihn weil er zierlicher und etwas unerschrockene ist als die anderen 3 die ab und zu kommen.
    Er frißt glaub ich am liebsten und hauptsächlich sie Rosinen. (Es gibt auch getrocknete Mehlwürmer, geölte Haferflocken und für die Meisen Sonnenblumen Kerne und gehackte Nüsse…) Ift sitz er allein im Baum gegenüber und wartet auf neues Futter obwohl noch genügend in den Blumentoofuntersetzern auf dem Balkon vorhanden ist. Dann gibt ganz aufgeregt laut verschiedene Töne von sich. Manchmal beobachtet er mich auch wenn ich auf dem Balkon sitze.jerzt um Februar halt noch selten..
    Ich möchte ihn auch um Frühjahr weiterhin füttern. Was muß ich beachten damit er kein evtl. schädliches Futter an seine jungen verfüttert? Danke und liebe Grüße!

    Antworten
    • Hallo Gabi, danke für deine schöne Amselgeschichte. Zu deiner Frage: Ich bin fest davon überzeugt, dass Vogeleltern wissen, was sie tun (schließlich leben Vögel schon ein paar Hunderttausend Jahre länger als wir auf diesem Planeten). Sie wissen instinktiv, was ihr Nachwuchs braucht und füttern ja auch nicht aus Versehen Steine statt Insekten 😉 Kennst du schon meinen „Vögel richtig füttern“-Guide? Den kannst du dir hier nebenan runterladen. Herzliche Grüße zurück an dich und die Amseln.

      Antworten
      • Liebe Silke: erstmal vielen lieben Dank ❤️ für deine Antwort!
        Das denke ich mir auch, dass es Quatsch ist dass vogel ihre Beute mit etwas Futter. Was denen nicht bekommt! Wollte das nur von einer Expertin wie sixhb bestätigt haben – eine Bekannte wollte mir das einrwden….
        Ich bin froh dass ich dsnk Google deine Seite hier gefunden habe und werde öfter vorbeischauen – nochmal herzlichen Dank dafür!
        Ganz liebe Grüße Gabi

      • Liebe Gabi, sehr gerne. Und sei nett zu deiner Bekannten 😉 Das ist ein weit verbreiteter Irrglaube. Aber auch Päppler*innen bestätigen mir immer wieder, dass gesunde (!) Küken Nahrung, die sie nicht vertragen, gar nicht annehmen, sondern ausspucken.
        Ich freue mich, dass dich die Suchmaschine zu mir gebracht hat. Bis bald also!

      • Darüber freue ich mich auch! ❤️

    • Sehr interessante Beschreibung der Amsel. Ich lebe nun in der Natur mit Garten, nah am Wald. In meinem grossen Lorbeerstrauch sind immer Amseln, auch Nest da sie schimpfen, wenn ich zu nahe komme.
      Aber, grosses Rätsel, ich höre sie im Frühjahr/ Sommer nicht singen. vorher in Stadtwohnung wohnend, sang oft ein Amsel, gegen Abend ein wunderschönes Lied. wieso in meinem Garten nicht, wo sie sehr heimisch sind, viele Beeren und auch Futter im Winter haben und immer da sind, durch meinen Garten hüpfen?
      Beste Grüsse aus Lebenbrunn, Österreich.
      Friederike

      Antworten
      • Moin Friederike,
        hm, das klingt wirklich nach einem Rätsel: Sie brüten, aber singen vorher nicht. Vielleicht ist dein Garten das Zentrum ihres Reviers. Sie singen meist an den Rändern ihres Reviers, setzen quasi einen akustischen Gartenzaun- Wenn das Revier groß genug, bekommst du das dann vielleicht nicht mit. Ich drücke dir die Daumen, dass du sie in diesem Jahr wieder hörst!
        Herzliche Grüße gen Lebenbrunn
        Silke

  14. Hallo liebe Silke,

    Habe heute deinen Blog entdeckt, nachdem gestern Nacht meine „Seelen-Amsel“ zu Tode kam… mein Mann wurde gg 3.00 h von lautem Geschrei der Amsel geweckt, ging in den Garten , hat leider nichts gesehen..
    Als ich dann heute morgen in den Garten ging fand ich sie… tot.. die Äuglein ausgepickt und auch ansonsten sehr zerstört…
    Das hat mich den gesamten Tag beschäftigt, ich war – und bin es immer noch – sehr traurig, wir hatten eine besondere Beziehung… ich füttere meine Vögel im Garten ganzjährig, sie kam jeden Morgen aus dem Gebüsch, sobald sie meine Stimme gehört hat…
    Jetzt fehlt sie mir unsagbar, so ein kleiner lieber Vogel, sie hat eine große Familie bei uns im Garten, alle versuchen mich zu trösten…. aber er( es war ein Männchen)… war etwas ganz besonderes…..
    Vielen Dank, dass du mir zugehört hast ,
    Alles liebe und gute
    Kerstin

    Antworten
    • Hallo, liebe Kerstin,
      vielen Dank, dass du deine berührende Geschichte hier mit mir teilst. Es ist schön zu sehen, dass du so eine besondere Beziehung zu dieser Amsel aufgebaut hast, und du sehen kannst, dass jeder Vogel ein Individuum ist. Darüber freue ich mich sehr für dich. Und gleichzeitig tut es mir leid, dass eure Beziehung ein so jähes Ende gefunden hat. Ich hoffe, du kannst diese einmalige Begegnung in Ehren halten und dein Herz offen halten für das nächste Wesen, das sich hineinschleichen will.
      Alles Liebe für dich!
      Deine Silke

      Antworten
    • Hallo Kerstin,
      ich lese gerade Deine Geschichte vom Amselmann und bin sehr gerührt. Ich kann so gut nachempfinden, was in Dir vorgeht.
      Es ist schon faszinierend, welche Verbindung zwischen zwei Wesen entstehen kann – völlig nonverbal und artenunspezifisch. Da hast Du was ganz Besonderes erlebt und ich bin mir sicher, dass Du ein Mensch bist, dem auch weiterhin solch schöne Dinge widerfahren.
      Ich schicke Dir Trost und Aufwind – bleib‘ wie Du bist <3
      Alles Liebe, JUNe

      Antworten
    • Liebe Kerstin, auch wenn deine Amsel nun schon ein Jahr lang nicht mehr da ist, es bewegt mich, deine Worte zu lesen und es tut mir um den armen Vogel sehr leid.
      Ob eine Eule ihn tötete?
      Sicher lebt der Amselmann weiter, zumindest in deinem Herzen.
      Ich wünsche dir, dass du deine Liebe zu den Tieren bewahrst, das ist ein großer Reichtum.
      Alles Liebe
      von Sigrid

      Antworten
  15. Der Amsel-Chef in meinem Garten verjagt mittlerweile,zumindest in der winterlichen Fütterungszeit, ganztags jeden anderen Vogel – auch Amselweibchen. Er wirkt dabei etwas durchgedreht und kommt selber kaum zum Fressen. Ist das noch übliches Verhalten?

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    • Es klingt tatsächlich etwas durchgedreht. Normalerweise sind die Männchen jetzt wenig territorial (zumal er ja auch „nur“ ein Wintergast sein könnte) und dulden andere Amseln – und besonders andere Vögel. Vielleicht sind ihm die warmen Temperaturen zu Kopf gestiegen? Dass sie an der Futterstelle ein bisschen aufmüpfig werden, kommt schon vor. Das kann auch an der Futterstelle liegen (aber da ich deine nicht kenne, rate ich hier nur). Du könntest versuchen, an mehreren Stellen Futter anzubieten, vor allem hängende Futtersilos. So bekommen die anderen Vögel auch eine Chance und Herr Amsel entspannt sich vielleicht etwas.

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  16. Amsel belegt Platz 8 hinter Spatz (weil er so zutraulich ist…) und Mauersegeler (der die endgültigge Ankunft des Sommers vermeldet.)

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    • Na, das klingt ja gut. Immerhin unter den Top 10 🙂

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    • PLATZ 10, absoluter Lieblingsvogel 😍 Wir hatten eine Amsel, die täglich mehrmals bei uns vorbeikam, über 1 Jahr lang, und sich immer persönlich Rosinen bei uns abholte und fast an die Hand kam. Manchmal saß sie auch nur da und guckte mich an. Morgens, wenn die Jalousien bei uns hochgingen, saß sie auf der Mauer und wartete bis ich ihr Rosinen brachte. Ich konnte sie am Tag rufen, dann kam sie angehüpft oder geflogen. Diese Revier hat sie vor anderen Amseln stets heftig verteidigt. Seit dem 27. März, also jetzt seit 1,5 Wochen kommt sie nicht mehr. Sie ist morgens nichts mehr da, kommt auch nicht mehr auf mein Rufen 😌 Kann es mit der Brutzeit zu tun haben? Amselmädchen sollen ja alleine brüten, verlassen sie denn das Nest in dieser Zeit nie? Ich mache mir Sorgen, dass ihr etwas zugestoßen sein könnte 😌 Würde mich über eine Antwort freuen!

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      • Hallo Angelika,
        stimmt: Nur die Amselweibchen brüten. Sie verlassen das Nest, aber nur um kurz etwas zu fressen. Dann flitzen sie schnell zurück, damit das Gelege nicht auskühlt. Ich drücke dir die Daumen, dass eure Amsel bald wieder da ist. Es klingt, als sei sie etwas ganz Besonders 😉

    • Das Amselweibchen in meinem Garten verhält sich wie eine Strubbelbürste und sieht auch so aus.
      Ist aber an sich ganz lieb.
      Kriegt auch immer leckeres.

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