Vogelgucken im März

Der Frühling liegt in der Luft und der Wettflug um die besten Brutplätze hat begonnen. Am auffälligsten ist der Zug der Kraniche, die in großen Gruppen und laut trompetend in ihre Brutreviere im Norden Deutschlands, in Skandinavien und dem Baltikum zurückfliegen. Außerdem machen viele Singvögel ihrem Namen alle Ehre und erfreuen (nicht nur) uns wieder mit ihren Gesängen. Der März ist ein aufregender Monat in der Vogelwelt und es gibt in allen Lebensräumen viel zu sehen. Hier ein paar Highlights:

Diese Vögel kannst du im März sehen:

Heimkehrer

  • Kiebitze kehren bereits Anfang März wieder aus ihren Winterquartieren zu uns zurück.
  • Sing- und Misteldrosseln, Kiebitze und Kraniche ziehen oft in großen Schwärmen heimwärts.
  • Die Weißstörche sind in ihre Horste zurückgekehrt und man kann sie schon ab Anfang März bei ihrem tollen Klappern beobachten und vor allem hören.
  • Auch die Hausrotschwänze schnarren wieder von den Dachkanten. Haltet mal die Augen und Ohren nach ihnen offen!
  • Löffel- und Knäkenten sind wieder auf den heimischen Gewässern zu beobachten. Sie sind unsere einzigen Langstreckenzieherinnen.
  • An der Nordsee steigt der Bestand von Austernfischern, Sanderlingen und Sandregenpfeifern durch Zuzügler rapide an.
  • Gegen Monatsende hört man den Zilpzalp wieder bei uns rufen. Da er dabei auch seinen eigenen Namen ruft („Zilp-zalp, Zilp-Zilp-Zalp“) kann man ihn ziemlich gut erkennen.
  • Ebenfalls gegen Monatsende kehrt der Wiedehopf aus seinem Winterquartier südlich der Sahara zurück in seine Brutgebiete, zum Beispiel an den Kaiserstuhl bei Freiburg.
  • Ab Ende März kehren auch die Rauchschwalben wieder zu uns zurück, jippie! Jetzt kann der Sommer kommen 😉

Balz

  • Amseln beginnen, ihre Reviere durch Gesang abzustecken. Am Boden kannst du Amselmännchen beim Kämpfen beobachten.
  • Der Balzflug der Ringeltauben ist sehr schick und gut zu beobachten: Wie bei einem Parabelflug fliegt das Männchen steil nach oben und klatscht dabei laut mit den Flügeln. Dann lässt es sich kopfüber mit angelegten Flügeln hinabstürzen, um dann wieder steil nach oben zu ziehen. Großes Kino!
  • Besonders schön anzuschauen ist auch die Balz der Haubentaucher. Dabei überreichen sich beide Partner zunächst Geschenke in Form von selbst gepflückten Wasserpflanzen. Manchmal lassen sie die Wasserpflanzen bald fallen und ziehen ihre Federn durch den Schnabel. Dieses sogenannte Scheinputzen gehört bei vielen Wasservögeln, wie zum Beispiel auch bei den Stockenten, zum Balzverhalten. Mit oder ohne tropfendem Geschenk im Schnabel kommt es dann bald zum Höhepunkt der Balz: Beide Haubentaucher schlagen so heftig mit ihren Füßen, dass sich ihre Körper ganz aus dem Wasser heben. Brust an Brut drehen sie ihre Köpfe schnell hin- und her und spreizen ihre Kopffedern ab. Diese Pose heißt im Fachjargon „Pinguinpose“. Hach!
  • An Bächen und Seen könnt ihr nun auch die Balz der Eisvögel beobachten. Zuerst sucht das Männchen auf der Suche nach Weibchen rufend die Gewässer ab. Hat er eins gefunden und „eingefangen“ (es gibt wilde Verfolgungsjagden), beginnt die eigentliche Balz: Dabei bringt das Männchen dem Weibchen einen kleinen Fisch und überreicht ihn mit einer Verbeugung. Das Weibchen nimmt ihn zitternd entgegen und futtert ihn. Danach sitzen sie oft einträchtig nebeneinander und rufen.
  • Noch besser zu sehen ist die Balz der Höckerschwäne (der erst einmal martialische Revierkämpfe vorausgehen). Hat sich aber ein Paar gefunden, bleiben sie meist ihr Leben lang zusammen. Den Balztanz vollführen sie aber jedes Jahr. Dabei umkreisen sie sich anmutig mit aufgestellten Flügeln und tauchen synchron ihre Schnäbel ins Wasser. Wunderschön zu beobachten, nicht umsonst heißt der Ballettklassiker „Schwanensee“ 😉 Auch mit der Brut beginnen die Höckerschwäne dann meist schon in diesem Monat.

Und sonst so:

Die Vogelwelt wird wieder vielfältiger, aber es ist trotzdem auch eine Zeit des Abschieds: Während unsere Brutvögel aus dem Süden zurückkehren, verlassen uns auch einige Vögel, die hier bei uns überwintert haben und die nun wieder nach Norden ziehen. Das sind zum Beispiel Bergfinken, Birkenzeisige, Saat- und Blässgänse oder die Singschwäne.

Auch von der Rotdrossel in unserem Garten, die mir in den letzten Wochen ein bisschen sehr ans Herz gewachsen ist, werde ich bald Abschied nehmen müssen.

Mit viel Glück kannst du im Wald übrigens auch Ästlinge beobachten: Einige Jungeulen verlassen schon die Bruthöhlen und lassen sich von den Altvögeln auf einem Ast in der Nähe weiter versorgen.

Auf oder über welchen Vogel freust du dich in diesem Monat besonders? Schreib es mir gerne in die Kommentare.

Und dann: Ab nach draußen! Fernglas nicht vergessen.